Eine Radtour entlang des Finowkanals von Liebenwalde bis zur Oder

Der Treidelweg ist die eher umgangssprachliche Bezeichnung für den Haupteil des Oder-Havel-Radweges (Liebenwalde bis Hohensaaten - 62km) entlang des Finowkanals.Er geht auf die alte Treideltradition zurück und führt hauptsächlich direkt am Kanal entlang, auf den Wegen, auf denen früher unter anderem Pferde Schiffe den Kanal entlang zogen. Er bietet sich zu jeder Jahreszeit zum Wandern und Radfahren an und besticht durch die Verbindung nahezu unberührter Natur mit alter Industrielandschaft. Ebenfalls reizvoll ist es den Kanal auf dem Wasserwege zu befahren, so bietet sich dem Reisenden ein wieder anderer Blick,egal wie oft man diese Strecke bereist, es gibt ständig etwas zu entdecken.

Beginnen wir unsere Fahrt in Liebenwalde, dem Tor zum Finowkanal...

Der Lange Tödel Rathaus und Markplatz

Liebenwalde liegt im Landkreis Oberhavel an der B 167. Voßkanal, Langer Trödel (Finowkanal), Oder-Havel-Kanal, Havel und diverse Seen machen die Region sehr wasserreich und bieten Wasserwanderern zahlreiche Möglichkeiten. Hier lässt es sich verweilen. Sehenswert sind unter anderem das 1879 erbaute Rathaus, das Heimatmuseum im ehemaligen Stadtgefängnis und die von Karl Friedrich Schinkel errichtete klassizistische Kirche. Man kann von Berlin aus über die sogenannte Heidekrautbahn noch bis Ruhldorf-Zerpenschleuse anreisen, der ehemalige Endbahnhof Liebenwalde wird seit Dezember 1997 leider nicht mehr angefahren.Von Liebenwalde aus geht es weiter in Richtung Ruhlsdorf und Zerpenschleuse immer entlang des langen Trödel. Es zeigt sich dörfliche Idylle und wir passieren die Ziegelfachwerkirche von Zerpenschleuse, die 1844/45 erbaut  und in den 2000er Jahren aufwendig saniert wurde. Hier wird man gebeten, sich umzuschauen und es lohnt sich, die Kirche hat sich zum Markenzeichen gemausert.

Heidekrautbahn auf Oder-Havel-Kanal-Brücke bei Ruhlsdorf Fachwerkkirche Zerpenschleuse

Dann beginnen für viele die eigentlichen Highlights der Strecke. Wir passieren die erste Finowkanalschleuse unserer Tour, Schleuse Ruhlsdorf (Km 59,23). Die erste Schleuse wurde hier bereits 1603 gebaut. Die heutige Schleuse wurde 1878 errichtet und die ältere der ursprünglich zwei Schleusenkammern aus den 1830er Jahren wurde 1928 zugeschüttet. Leider ist der Zugang für Touristen von der Straße aus nicht möglich, umso schöner ist daher die folgende Schleuse, Leesenbrück (Km 61,11), zu bestaunen. Hier sind selbst die alten Mauern der Vorgängerschleuse noch deutlich sichtbar gemacht. Auch Leesenbrück wurde 1878 gebaut und die zweite, ältere Kammmer 1929 zugeschüttet..

Schleuse Ruhlsdorf Lessenbrücker Schleuse 1 Leesenbrücker Schleuse 2

Als gemütlicher Rastpunkt empfiehlt sich als nächstes Marienwerder, dem Ortsteil der gleichnamigen Gemeinde, die zum Landkreis Barnim gehört. Fast direkt am Kanal läd der "Goldene Anker" zum Mittagstisch oder einer Tasse Kaffee ein. Das Zentrum mit schöner neogothischer Kirche, die 1855 erbaut wurde, prägt das Dorfbild. Bekannt ist die Marina am Oder-Havel-Kanal ebenso, wie das seit 2004 stattfindende Open-Air "Inselleuchten", bei dem namhafte Musiker ihr Können in spektakulärer Beleuchtung darbieten. Ebenso findet man hier eine Anlegestelle der Schippelschute mit der man ein Stück der Tour auch auf dem Wasserwege, bei Anmeldung auch mit dem Rad, zurücklegen kann.

Kirche Marienwerder Der Goldene Anker Marienwerder

Die zwischen Marienwerder und Finowfurt Huberthusmühle verkehrende Schippelschute gibt es seit 2000. Sie begegnet einem hier und dort während der Saison und manchmal geht sie auch auf große Tour entlang des Kanals. Ein schönes Erlebnis mit ihr stellt die Schleusung an der Schleuse Grafenbrück (Km 63,33) dar. Die heutige Schleuse geht auf den Bau von 1876 zurück, bereits zum Anfang des 17. Jahrhunderts entstand hier eine Schleuse. Unweit der Schleuse befindet sich idyllisch im Wald gelegen der "Schleusengraf", der durch urige Gastlichkeit und gemütliches Ambiente besticht.Das detailgetreu restaurierte Gebäude, in dem zwischen1765 und 1875 die königliche Wasserbau-Inspektion ansässig war und es als Magazingebäude nutzte, verblüfft besonders im Inneren durch seine besondere Dachkonstruktion in Bohlenbinderbauweise.

Schleuse Grafenbrück 1 Grafenbrück 2 Schleusengraf

Wie auch schon teilweise auf dem Weg zur Grafenbrücker Schleuse,führt uns der Radweg jetzt abseits des Finowkanals durch den Wald, von Kiefern und Buchen und Eichen beschattet,entspannt hier der Radler über Sommer sichtlich. Im Herbst duftet es herrlich nach Pilzen und man begenet hier und da mal Wild. Nachdem wir zuerst die Finow, dann die Autobahn A11 überquert haben, kommen wir vorbei am Solarpark nach Finowfurt, wo der Radweg am ehemaligen Militärflugplatz der sowjetischen Streitkräfte vorbei führt, welcher seit 1994 ziviel genutzt wird und ein Luftfahrtmuseum beherbergt. Auf diesem Gelände finden auch diverse Veranstaltungen, wie das jährliche Ostfahrzeugtreffen statt.
Ebenfalls zwischen den Schleusen Grafenbrück und Schöpfurth findet man idyllisch an der "Hubertusmühle",die Marina Eisvogel, die Kanuten und Yachtbesitzern einen willkommenen Rastplatz bietet. Die Hubertusmühle wurde Ende des 19.Jahrhunderts als Sägewerk gegründet und ist seit 1995 die Imprägnierwerk Finowfurt Hubertusmühle GmbH.

Die Finow Luftfahrtmuseum

Nach einem kurzen Stück durch Finowfurt erreichen wir die Schleuse Schöpfurth (Km 67,53). Genau daneben befindet sich das Mühlenbistro, hier kann man ein Mittagessen genießen oder noch viel besser ein Eis oder leckere hausgemachte Tortenkreationen. Die Schleuse wurde 1876 erbaut, in unmittelbarer Nähe befindet sich auch die Wassermühle Schöpfurt, die dem Café den Namen gab. Sie wurde im Zuge des Baus des ersten Finowkanals 1608 erbaut und dient heute, liebevoll denkmalgerecht restauriert als Verwaltungssitz der Gemeinde Schorfheide. Nun passieren wir noch das Caféhaus "Teutoburg" in einer schönen Turmvilla, diese soll zwischen 1840 und 1870 erbaut worden sein und ihren Namen ihrem Erbauer verdanken, der aus dem Teutoburger Wald stammte. Sie beherrbergt nun seit mehr als 100 Jahren ein Caféhaus, genau ab hier führt uns der Radweg wieder direkt am Ufer des Finowkanals entlang.

Schöpfurther Schleuse Schöpfurther Schleuse2 Schöpfurther Schleuse 3 Teutoburg

Zwischen der Schöpfurther Schleuse und der Heegermühler Schleuse befindet sich auf nördlicher Seite die Messingwerksiedlung mit dem zwischen 1917 und 1918 errichteten Wasserturm. Die Geschichte des Messingwerkes reicht bis ins Jahr 1688 zurück. Der Wasserturm lässt übrigens bei gutem Wetter einen unbeschreiblichen Blick über die Region zu und er verfügt über eine erstaunliche Sammlung zu allen die Messingwerksiedlung betreffenden Aspekten.
 Auch die am Messingwerkhafen befindliche Teufelsbrücke hat eine lange interessante Geschichte,die mit ihrem Entwurf und der Herstellung 1820 in England beginnt. Sie müsste eigentlich "Wanderbrücke" heißen, so oft wie sie den Standort gewechselt hat, was sie behielt ist ihr Charme. 1824-26 wurde sie als Berliner "Weidendammer Brücke" an der Friedrichstraße aufgebaut, mit zunehmendem Verkehrsaufkommen musste sie durch eine größere Stahlbrücke ersetzt werden. Die Gemeinde Liepe erwarb sie 1895 und kürzte sie von 55,5m auf 42,5m ein um mit ihr den Zugang zu den Wiesen über den Kanal zu überspannen. Als 1912 die Vertiefung und Verbreiterung des Kanals für den steigenden Schiffsverkehr und die Eröffnung des Hohenzollernkanals (heute HOW) 1914 ins Haus standen, war die Brücke erneut zu klein.1913 kam sie so, eingekürzt auf 33,3m an ihren jetzigen Standort, den Messingwerkhafen,wurde somit erhalten und auf Drängen der Bürger in den 80er/90er Jahren vorm Abriss gerettet und in die Kreisdenkmalliste aufgenommen. Heute ist sie lediglich Denkmal, verfügt über keine Beplankung und kann daher auch nur bestaunt und nicht mehr genutzt werden, aber es ist stets von Bemühungen zur Restauration die Rede und man möchte doch hoffen, dass diese einst von Erfolg gekrönt werden.

 Teufelsbrücke Wasserturm Messingwerksiedlung

So führte uns der Weg vorbei an Schrebergärten und purer Natur nun weiter und weiter durch Finow. Die nächste Schleuse auf unserem Wege ist die Schleuse Heegermühle (Km 71,01). Diese Schleuse wurde 1876 fertiggetsellt. Ständig begegenet uns neben der Natur auch die Industriegeschichte und so lässt sich am Finowkanal tief in die Geschichte blicken.

Heegermühler Schleuse 1 Heegermühler Schleuse 3

Im weiteren Verlauf unserer Tour erscheint links des Weges ein imposanter Backsteinbau, das ehemalige Kraftwerk Heegermühle, Herzstück des Märkischen Elektrizitätswerkes, welches 1909 durch AEG und Elektrobank gegründet und 1946 enteignet und in Volkseigentum umgewandelt und der Planwirtschaft der DDR angegliedert wurde.1991 wurde das Kraftwerk endgültig stillgelegt und obwohl der Gebäudekomplex unter Denkmalschutz steht, musste 2006/7 aus Sicherheitsgründen bereits das Kesselhaus abgerissen werden.
Nach einem waldigen, nicht asphaltierten Bereich des Treidelweges erscheint inmitten des Grüns die Schleuse Wolfswinkel (Km 72,88). Unmittelbar in ihrer Nähe beginnt auf der gegenüberliegenden Kanalseite das Gelände der alten Papierfabrik. Hier wurden erst Ende 2012 die Bäume auf den Mauern zumindest abgesägt,um die Sicherheit am Ufer wiederherzustellen, Vorteil für alle Interessierten: der Blick ist wieder frei.

 ehemaliges Kraftwerk Heegermühle Schleuse Wolfswinkel

Die Papierfabrik Wolfswinkel produzierte noch bis 1994 handgschöpftes Büttenpapier. Als die seit 1751 betsehende Papiermühle Spechthausen ihre Produktion einstellen musste, übernahm die Eberswalder Papiermühle diese ab 1956 und produzierte bereits ein Jahr später wieder Büttenpapier mit dem typischen Wasserzeichen, Specht am Baum und der Inschrift, Spechthausen 1781.Im Papiermuseum Wolfswinkel-Spechthausen gab Führungen zur "Büttenpapierherstellung", leider ist dieses Museum zur Zeit geschlossen.

Papierfabrik Herbst Papierfabrik 1 Papierfabrik 2

Die Schleuse Drahthammer (Km 73,86) liegt direkt am Familiengarten, dem ehemaligen Landesgartenschaugelände von 2002. Der Schleusenkrug ermöglicht auch eine Rast ohne Eintritt in den Garten, man bekommt aber auch hier Eintrittskarten. Das Gelände beinhaltet gärtnerisch gestaltete Bereiche, eine Freilichtbühne und eine Mehrzweckhalle,die einst als Blumenhalle diente und heute Stadthalle und veranstaltungsort ist. Geschichtlich gesehen war sie eine Hufeisenfabrik.Man kann unterirdidch in den alten Sinterkanälen des alten Walzwerks, welches das Gelände prägte, Tretboot fahren, Ausstellungen besuchen oder den Eberkran besteigen, Teil des Eberswalder Höhenpasses neben dem Wasserturm Finow und der Maria Magdalenen Kirche. Der Montage-Eber ist Muster einer Kranbauserie gewesen und verblieb seit 1954 auf dem Betriebsgelände, heute dient er als Symbol der Industriegeschichte am Finowkanal. Es finden Konzerte und andere Veranstaltungen statt und man kann auch einfach im Grünen entspannen und die Seele baumeln lassen.

Drahthammer1 Schleusenkrug Drahthammer

Drathammer, Kupferhammer, Walzwerk, Hufeisenfabrik, Altwerk und Eisenspalterei gehen alle auf die Hochzeit der Industriekultur am Finowkanal, besonders in Eberswalde um 1750 zurück. Ebenfalls in der Nähe des Familiengartens befindet sich die Borsighalle, bzw. was von ihr noch übrig ist. Es mehren sich allerding die Stimmen für den Erhalt derselbigen. Sie wurde zwischen 1847-49 in Berlin Moabit gebaut und um 1900 nach Eberswalde auf das Gelände der Eisenspalterei umgesetzt. Sie ist Teil eines Baudenkmals. Von der Fachwelt wird sie als Muster eines Hallentyps der auf Vorfertigung ausgerichtet ist, weltweit geschätzt und sollte vorallem auch deswegen erhalten werden. Die Schleuse Kupferhammer (Km 75,90) erhielt ihren Namen auch aufgrund der Industriegeschichte. Die erste Schleuse wurde hier im Zuge des esten Finowkanals um 1620 gebaut, die heutige 1875 fertiggestellt.

Am Familiengarten Kupferhammerschleuse 1 Kupferhammer

Die Stadtschleuse Eberswalde (Km 77,9) wurde als Kammerschleuse 1831 erbaut, 1871 wurde die zweite Kammer errichtet. Anders als bei den anderen Schleusen wurde bei der Stadtschleuse die erst 1871 errichtete zweite Kammer nach massiven Kriegsschäden 1959 zugeschüttet. Die Stadschleuse von 1831 wurde im Jahre 2000 denkmalgerecht saniert und ist die älteste noch in Betrieb stehende Schleuse des Finowkanals.

 Stadtschleuse 1 Stadtschleuse 2

An der Stadtschleuse befindet man sich mitten im Herz von Eberswalde, nebenan die Rathauspassage, nicht weit vom Markt mit dem moderden Paul-Wunderlichhaus, umgeben von Altstadtkern, Museum und unwweit der Forstakademie. Schnell lässt man sich hier auf einen Bummel ein, kann zahlreiche Cafés und Restaurants besuchen und sich über die Ausflugsziele wie das Kloster Chorin im Umland informieren. Wer den Eberswalder Höhenpass haben will sollte jetzt nicht den Abstecher zur Kirche, unweit des Marktes vergessen. Die Maria-Magdalenen Kirche wurde im 13. Jahrhundert als hochgotische Stadtpfarrkirche erbaut und besitzt die höchste gemauerte Kirchsturmspitze der Welt.
Einige Kilometer nördlich der Stadt, auch auf einem guten Radweg zu erreichen befindet sich das Kloster Chorin, ein ehemaliges Zisterzienser-Kloster, welches 1273 im Stil der norddeutschen Backsteingothik erbaut wurde. In Führungen kann man seine Geschichte erkunden oder zu bestimmten Zeiten finden auch Klostermärkte statt, ein Highlight sind jährlich die Konzerte des Choriner Musiksommers.

Kloster Chorin Museum EBW Zoo EBW

Es empfiehlt sich auch ein Abstecher in den Tierpark Eberswalde, der 1928 durch Bruno Schulz gegründet wurde und eine Fläche von 15 Hektar umfasst. Man findet dort ca. 1500 Tierarten aus allen Kontinenten. Er erhielt die Auszeichnung bester kleiner Zoo. Auf dem Weg dahin bietet sich ein Besuch der Zainhammer Mühle an. Eberswalde verfügt auch über einen Forstbotanischen Garten.
Das Museum Adler-Apotheke ist über 100 Jahre alt und beinhaltet in Eberswaldes ältestem sanierten Fachwerkhaus wertvolles zur Stadt- und Regionlageschichte, sowie wechselnde Ausstellungen und eine Touristeninformation.

Eberswalde Paul-Wunderlich Kirche Maria Magdalena

Bevor man Eberswalde endgültig in Richtung ländliche Idylle verlässt, da passiert man die Staedtische Badeanstalt, die Neugierige durch ihren Charme der Vergangenheit anzieht, hier soll neben einer Gaststätte, Pension und Campingplätzen das Bad neu entstehen und zudem eine Marina. Während der Saison kann man hier bei selbstgemachten Bouletten, frisch geräucherter Forelle und kühlem Bier schon mal länger hängen bleiben und auch mal eine Runde Billiard spielen.

Badeanstalt Badeanstalt 2

Die drittletzte Schleuse der Tour ist die Ragöser Schleuse (Km 80,99), die sowohl von Eberswalde als, auch von Niederfinow (Stecherschleuse) aus ein schönes Ziel für Wanderungen auch im Winter bietet, der nahegelegene Forellenhof ist wie die Badeanstalt auch nur ausnahmsweise außerhalb der Saison geöffnet. Am Unterhafen der Ragöser Schleuse befindet sich ein Bootsanleger.

Ragöser Schleuse Nahe Ragöser Schleuse

Nahe Eisenbahnbrücke Zwischen Stecher und Ragöse Nahe Stecherschleuse

Natur pur begleitet uns nun durch den Wald und an den Wiesen entlang bis nach Niederfinow, wo wir im Ortsteil Stecherschleuse angelangt auf die gleichnamige Schleuse Stecher (Km 84,39) treffen, welche in ihrer jetzigen Form 1877 erbaut wurde. Ende April/ Anfang Mai organisiert hier seit 2010 der Kulturkreis Niederfinow jedes Jahr das Schleusenfst mit Maibaum und vielem mehr. Für Wasserwanderer eine tolle Adresse ebenso wie für Camper ist das Triangel Camp, der kleine gemütliche Zelt- und Campingplatz bietet neben einem kleinen Steg als Anleger auch einen Kanuverleih.
Niederfinows Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 13.Jahrhunderts erbaut, brannte 1731 nieder und wurde danach wieder aufgebaut. Zudem hat sich ein bekannter Philosoph und Senfproduzent hier neidergelassen. Zimmermann-Senf ist eine echte Niederfinower Marke.

Sonnenuntergang Triangeltours Schleuse Stecher Schleusenfest

In der Region um das Schiffshebewerk bieten verschiedenste Gastromen ihre leckeren Speisen an, ob Imbiss, Hotel, Café ...hier findet jeder etwas. Ständige Begleiter am Finowkanal sind Biber und Eisvogel, sowie während der Saison die Kanufahrer.

Hubbrücke 2 Biber Kanufahrer

Schiffshebewerk Niederfinow Nord,Dez2012 HBW Schleusentreppe

Die Schleuse Liepe (Km 88,91) ist die letzte Finowkanalschleuse unseres Ausfluges, sie galt als östliches Tor zum Finowkanal und wurde erstmals 1767 erbaut, die betsehende Anlage wurde1874 fertiggestellt. Hier führt der Radweg weg vom Kanal direkt in die Wiesen und man kann über Bralitz oder auf der Straße entlang direkt weiter nach Oderberg.Wir passieren zuerst den Lieper See und den Ort Liepe bevor wir den Oderberger See und die Kleinstadt Oderberg erreichen. Hier empfiehlt sich dann als Tourabschluß ein mehrstündiger Aufenthalt.

Schleuse Liepe Schleuse Liepe Winter 1 Schleuse Liepe Winter 2

Liepe wurde 1258 erstmals urkundlich erwähnt,der Raum Liepe war aber schon viel früher besiedelt. Der Ortsname geht auf die Linde (slawisch lipa) zurück. Liepe war zunächst Fischer und Flößerdorf, wurde von der jagdlichen Tradition der Schorfheide geprägt und war bedeutender Holzlagerplatz. 1841 verfügte Liepe über die damals größte Dampfschneidemühle Deutschlands, Sägewerk, Eisenhammer und Eisengießerei kamen hinzu. Liepe hat zwar seither industriell an Bedeutung verloren aber bietet zahlreiche Wandermöglichkeiten und Seen und liegt nahe dem Naturschutzgebiet Plagefenn. Bereits seit 1375 gehörten 5 Weinberge zum Besitz des Klosters Chorin, einer davon am Lieper Plagesee, hier wurden auf 5 Morgen Land bis über 3000l Wein pro Jahr produziert. Die gesamten Hanglagen, auch in Oderberg und Niederfinow wurden einst für Weinbau genutzt. Ein sehr kalter Winter um 1740 war mit ein Grund dafür, dass der Weinbau in der Region nach und nach seine Bedeutung verlor.
Die evangelische Kirche Liepe war ursprünglich ein gotischer Feldsteinbau und wurde 1881 im neugotischen Stil erneuert. Liepe verfügt über einen Erlebnishof, dem Landhof Liepe und dem sehr gemütlichen Rosencafé, welches durch Essen aus dem Holzbackofen und selbstgemachtem Kuchen überzeugt.

Lieper See im Herbst Kirche Liepe

Oderberg ist eine Kleinstadt die als Vogtei erstmals 1231 erwähnt wurde und 1259 zum ersten Male als Stadt bezeichnet wurde.
Malerisch am Rande des Oderbruchs und Eberswalder Urstromtals gelegen, gehört Oderberg auch zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Sehenswert ist neben der Landschaft das älteste Haus am Oberkietz, welches nach dem Stadtbrand von 1670, 1680 neu errichtet wurde sich auf der Denkmalliste des Landes Brandenburg befindet und aufwendig saniert wurde.
Über die Region bekannt ist das Binnenschiffahrtsmuseum mit dem Seitenraddampfer Riesa, der 1897 auf der Werft Dresden-Blasewitz als "Habsburg" erbaut wurde, eine bewegte Geschichte hinter sich hat und erst seit 1919 den Namen "Riesa" trägt,zu Kriegsende gesunken, wieder aufgebaut und schließlich wegen eines Risses in der Keselrückwand 1976 außer Dienst gestellt, kaufte Oderberg 1978 den Dampfer, wo er seit 1979 als Museumsdampfer an Land liegt. Es finden hier Veranstaltungen statt und seit 2012 kann man sich hier auch trauen lassen. Die Stadt verfügt ebenfalls über eine Marina und einen Kanuverleih.
Desweiteren gibt es die Burgruine Bärenkasten aus dem 14. Jahrhundert und ein sehr beliebtes Eiscafé "Kieslingers Kaffeestube", das hier selbst produzierte Eis ist über die Region hinaus bekannt und beliebt, Live-Konzerte und vieles mehr werden hier im kleinen Rahmen dargeboten. Ebenfalls im Zentrum der Stadt befindet sich die Nikolaikirche, die von Baumeister Gaudtner und Friedrich August Stüler geplant wurde und 1855 eingeweiht wurde, markant ist der achteckige neogotische Turm, der von einem goldenen Schiffchen gekröhnt wird.

Oderberg 1 Oderberg 2 Oderberg 3

Ältestes Haus Oderberg Riesa Sandberg,Blick auf Oderberger See

Für Naturbegeisterte hält unsere Region allerlei schöner Anblicke bereit, wer sich Zeit lässt und mit interessiertem Blick unterwegs ist entdeckt überall neue Überraschungen. Also genießen Sie Ihren Aufenthalt und erkunden die Region zu Fuß, mit dem Rad oder auf dem Wasserweg und hinterlassen Sie auch gern Spuren in unserem Gästebuch mit Anregungen, Tipps, Links und Co.

Schwäne Eisvogel Rotkehlchen

Enten Reiher Eichelhäher